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Mehr zum Thema "Wilde Hecken"

Mehr zum Thema "Wilde Hecken"

Ein Garten ist ein Ort des Friedens. Viele Menschen hegen ihren Garten daher ein, um in ihm ungestört zu sein, neugierigen Blicken zu entfliehen und einfach nur die eigenen paar Quadratmeter Freiheit zu genießen. Oftmals dient eine Hecke an der Grundstücksgrenze als Sichtschutz. Natürlich haben Hecken auch andere Funktionen, wie etwa Lärmschutz. Außerdem dienen sie Vögeln als Unterschlupf und Brutplatz. Aber können Hecken noch mehr?

Alle Pflanzen, die über Jahrtausende oder sogar Jahrmillionen im selben Verbreitungsgebiet waren, werden nach und nach von Wildtieren wie Insekten, Vögeln oder Säugetieren genutzt. Und zwar nicht nur als Unterschlupf, sondern als Nahrung. Voraussetzung ist, dass Pflanzen und Tiere eine lange Zeit in Co-Existenz leben. Nur so gelingt es Insekten und Vögeln, Pflanzen für sich nutzbar zu machen. Sie entwickeln beispielsweise Abwehrstoffe, um Pflanzengifte abzubauen. So kann das Rotkehlchen die Früchte des Europäischen Pfaffenhütchens fressen, ohne dabei zu Schaden zu kommen, während die Früchte des Pfaffenhütchen bei Verzehr für uns Menschen und andere Tiere tödlich giftig sind. Diese Abwehrmechanismen haben viele Pflanzen entwickelt und zahlreiche Tiere haben sie im Laufe vieler Jahrtausende überwunden. So entstand ein Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren.

In Deutschland gibt es vermutlich mehrere tausend Kilometer Hecken aus Kirschlorbeer oder Thuja. Diese Hecken sind immergrün und – als Schnitthecke angelegt – kommen sie mit wenig Raum aus. Nur das regelmäßige Schneiden ist mitunter etwas lästig. Doch beide Heckenpflanzen haben einen großen Nachteil: Sie sind nicht in Europa heimisch und somit können die enthaltenen Giftstoffe von beinahe keinem einheimischen Tier genutzt werden. Pflanzt man also eine Thuja- oder Kirschlorbeer-Hecke, so kann man damit nicht viel Gutes tun für unsere Vögel und Insekten, außer etwas Unterschlupf zu bieten. Am Kirschlorbeer erfreuen sich zumindest Amseln, wenn sie im Herbst die Beeren naschen.

Greift man stattdessen zu hierzulande heimischen Pflanzen, also jenen, die bereits seit vielen Jahrtausenden hier wachsen, kann man davon ausgehen, dass im Schnitt ca. zehn hier vorkommender Wildtierarten davon profitieren. Manchmal sind es noch viel mehr: Eine Salweide etwa oder eine Birke schenkt mehr als 100 einheimischen Schmetterlingsraupen Nahrung! Mit einer Thuja erreicht man das nicht im Ansatz.

Eine Salweide oder eine Birke sind zwar nicht unbedingt als Heckenpflanzen geeignet. Aber da gibt es andere: Hainbuche und Liguster sind wunderbare Gehölze für eine platzsparende einheimische Schnitthecke. Der Liguster ernährt etwa Falter wie den Ligusterschwärmer. Keine Sorge, er wirkt nicht als Schädling in der Hecke und frisst sie nicht kahl. Sie werden ihn kaum bemerken, er ist jedoch eine wichtige Nahrung für Vögel.

Und wenn sie mehr Platz erübrigen können und keine lineare Struktur brauchen, dann pflanzen sie doch eine Strauchhecke aus heimischen Gehölzen. Perfekt für zahlreiche Insekten, viele Vögel, aber auch Igel oder Frösche, die am Boden nach Käfern suchen, welche sich in einer Strauchhecke mit etwas liegen gelassenem Totholz hervorragend entwickeln.

Wichtig bei der Wahl der Sträucher ist es, dass sie im ausgewachsenen Zustand genügend Platz haben. Wenn sie also nur wenig Platz haben (1-2 Meter), pflanzen sie lieber kleine Sträucher oder solche, die schmal wachsen. Bei mehr Platz (2-4 Meter) können sogar schon zwei Reihen oder ein spannendes Zick-Zack gepflanzt werden. Ist die Hecke erst einmal ausgewachsen, bietet sie Sichtschutz und Brutmöglichkeiten. Vor allem bedrohte Sträucher wie der Weißdorn eignen sich als Brutplatz für Vögel besonders gut, weil Katzen diese Sträucher in der Regel nicht gerne beklettern. Das Laub in solchen Hecken bleibt als natürliche Mulchschicht liegen. Schattenverträgliche Stauden wie Leberblümchen, Lungenkraut, Duftveilchen und Große Stermiere gedeihen hier unter den Sträuchern.

Sie können sich leicht vorstellen, wie viel Nutzen eine solche natürliche Hecke mit Wildblumen bietet. Alle heimischen Sträucher blühen und die meisten tragen im Herbst prächtige Früchte. Insekten laben sich an den Blüten, fressen an den Blättern, saugen an Säften aus dem Holz, Vögel verspeisen an kalten Wintertagen die Wildfrüchte. Und wenn auch Sie selbst können die Hecke für sich nutzen und aus zahlreichen heimischen Sträuchern tolle Marmeladen machen oder Wildfrüchte direkt vom Strauch naschen.

 

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